Schömberg von 1888 bis 2002

Dargestellt an der Geschichte des "Sanatorium Schömberg" (S1)

W. Obert

Quelle für den historischen Teil des Sanatoriums:

1936 Karl Gmelin

Hugo Römpler und sein Werk 

Handschriftliche Chronik, Buch 163 Seiten

Biographie von Hugo Römpler, Dr. Karl Gmelin war einer der ersten Gesellschafter des Sanatoriums uns somit mit der Entwicklung des Hauses bestens vertraut.

Dieses Thema wurde in einer Sonderausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins Schömberg aus Anlass der Eröffnung des Kurmuseums dargestellt.


 
 

Hugo Römpler und das Gasthaus zum Hirsch

Kauf des Gasthauses zum "Hirsch". Ausbau zu einem einem "Kurhaus" 

Neubau des Sanatoriums

Erstellung des Westbau und des Arztbau, Stille Teilhaber, Weitere Bautäigkeiten im Ort. 

Erweiterung des Sanatoriums

Gründung der Sanatorium Schömberg- GmbH, Erstellung des Ostbau, 

Die ersten Ärzte:

Dr. Baudach - erste klimatische Gutachten zu Schömberg - und Dr. Koch. 

Privatzimmer, Pensionen und Kurheime 

Zimmeranmietung im Dorf. Entstehung der Kurheime.

Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg

Die Entwicklung des Sanatoriums in dieser Zeit. Leitender Arzt ist Dr. Walder, 

Familie Rieger

Otto Rieger (1879 - 1956 ), Elsa Rieger (1883 -1957)

Die Zeit nach dem zweiten WK bis 1968. 

Die Entwicklung des Sanatoriums in dieser Zeit und die Situation im Dorf

Statistik

zur Entwicklung der TBC. Rückgang der TBC-Erkrankungen, Rückgang der Übernachtungszahlen in Schömberg. Entwicklung der Einwohnerzahlen, 

Das "S1" in der Ära von Thadäus Zajac

Kurze Zeit noch als Sanatorium, dann Übergang zum Alten- und Pflegeheim wie fast überall.

Arzt: Dr. Klimke, Brand im Pflegeheim 

Thadäus Zajac (1924- 1992)

Die Zeit der Alten- und Pflegeheime in Schömberg

Viele Kurheime und Sanatorien gehen diesen Weg. 1972 gibt es 12 Heime. Heute nur noch 3 Häuser.

Das "S1" im Zeichen der internationalen Politik: 

Heim für Aussiedler, Übersiedler, Asylbewerber und Arbeiterwohnheim

Das Ende des Anfangs

Abbruch des Sanatoriums, Einebnung des Geländes, Warten auf den Investor.

Was soll werden? 

Planungen,

Bürgerinitiative "S1"

Ziele, Aktivitäten, Ergebnis

Neuer Anfang:

Edeka Aktiv-Markt Eitel auf dem Gelände des früheren Sanatoriums Schömberg


 
 

Hugo Römpler und das Gasthaus zum Hirsch

 

Der Kauf des Gasthauses zum Hirsch 1888 und die Einrichtung eines Kurhauses wird als Gründungsdatum für den Kurort Schömberg betrachtet.

1884 kam der an der Lunge leidende Hugo Römpler zur Erholung nach Schömberg. Unterkunft erhielt er im Pfarrhaus. In der Folge kamen noch mehrere Aufenthalte in Schömberg und er erfuhr eine Heilung seines Leidens.

1887 gab es bei Hugo Römpler erste Überlegungen zu Investitionen in Schömberg. Zur Diskussion stand auch der Neubau eines Kurhauses in der Gegend der Kirche. 

1888 erwarb Römpler den Gasthof "Zum Hirsch" und baute ihn aus. Am 2.9.1888 wurde das Kurhaus mit 16 freundlich eingerichteten Zimmern eingeweiht. (Diese Standortentscheidung sieht Dr. Gmelin im Hinblick auf die spätere Erweiterung zu einem Sanatorium im Nachhinein in seiner Chronik zu Römpler als falsch an.)

Hugo Römpler hatte als seinen Wohnsitz Stuttgart gewählt und betrachtete das umgebaute Haus als einen Ort, wo er selbst mit seiner Familie in die Sommerfrische gehen konnte. Um die Kosten wirtschaftlich abzugrenzen, hat er diese Aufenthalte seinem privaten Konto belastet.

Die Gastwirtschaft blieb bis 1898 noch offen und wurde verpachtet. Unter die Sommerfrischler mischten sich immer mehr Tuberkulose-Kranke. Dadurch zeigte sich bald das Bedürfnis nach einem Arzt. (siehe: Die ersten Ärzte)

Die enorme Nachfrage von Patienten und sicher auch der Wunsch des Arztes Dr. Baudach führten bald zum nächsten Schritt, dem Bau eines Sanatoriums.


 
 

Neubau des Sanatoriums

 
Um den Sanatoriumsbau auf eine gesunde wirtschaftliche Basis zu stellen, sucht Hugo Römpler nach stillen Teilhabern. Diese findet er in:


 
 

Dr. Gmelin

30000 Mark

Arzt in Stuttgart

Frau Bohnenberger

76500 Mark

wohltätige reiche Fabrikbesitzerin

Hugo Römpler

70747 Mark

1892 wird ein Gesellschaftervertrag geschlossen. Römpler ist gesetzlicher Inhaber, die anderen sind stille Teilhaber.

1894 kommt noch Max Schiedmeier mit 14000 Mark als Gesellschafter hinzu.

1892/93 wird der Westbau gebaut. Er hat 40 Gastzimmer mit 150 Betten. Am 11. Mai 1893 ist Einweihung 
 
 

Entwicklung im Dorf:

Die Initialzündung für die Entwicklung Schömbergs zum Kurort kam sicherlich durch dem Bau des ersten Sanatoriums durch Hugo Römpler. 

Bald folgten andere Sanatorien nach:


 
 

1998

Neue Heilanstalt

1901

Anfänge der "Süddeutschen Heilanstalt" und späteren Schwarzwaldheims

1907 

Sanatorium Charlottenhöhe

1912

Kindersanatorium

Damit war schon vor dem 1 WK bei den Sanatorien im Wesentlichen die bauliche Entwicklung abgeschlossen.
 
 

Erweiterung des Sanatoriums

 

1899 wird mit dem Mittel- oder Arztbau (mit Küche und Wirtschaftsräumen) die erste Erweiterung vorgenommen.

Da die Nachfrage nach Betten weiter wächst, wird eine neue große Erweiterung geplant. Dies bedingt eine andere Gesellschafterstruktur zur Finanzierung des Ostbaus (1902)

Am 1. Januar 1902 tritt die "Sanatorium Schömberg GmbH" ins Leben. 

Die Gesellschafter sind:


 
 

Hugo Römpler

180.000 Mark 

Th. Bohnenberger

110.000 Mark 

Dr. Gmelin

75.000 Mark 

Max Schiedmeier

20.000 Mark

Dr. Koch 

40.000 Mark 

von Gaisberg 

30.000 Mark 

Römpler jun. 

10.000 Mark


 
 
 

Im gleichen Jahr wird der Ostbau mit 42 eleganten Zimmern und einem großen Speisesaal gebaut. Damit hat das Sanatorium schon 1902 (im Wesentlichen) seine endgültige Größe erreicht
 
 
 
 
 
 

Entwicklung des Sanatoriums

 
Das alte Kurheim mit seinen 16 Zimmern wird nach Erstellung des Sanatoriums (Westbau) für die Patienten 2. Klasse reserviert. Von hier aus werden auch die Patienten in den Privatquartieren versorgt. 

Das alte Haus wird bis 1907 mit Patienten belegt. In den 20 Jahren seines Bestehens sind hier 3000 minderbemittelte Kranke behandelt worden. Die Aufgabe der 2.Klasse war auch eine Folge der starken Ausweitung der Volksheilstätten.

In den Hauptgebäuden konnten 120 Gäste aufgenommen werden.

1907 z. B. wurden 397 Patienten behandelt. Darunter 317 Privatpatienten und 80 Kassenpatienten.

Auch im Ausland hatte sich das Sanatorium eine guten Namen erworben. So waren über die Jahre aus Rußland 52, aus Frankreich 26 und aus Nordamerika 17 Gäste im Sanatorium.


 
 

Die ersten Ärzte:

Dr. Baudach (1861 - 1898)

Unter die Sommerfrischler im Hirsch mischen sich immer mehr TBC-Kranke die das Bedürfnis nach einem Arzt haben.

Hugo Römpler schreibt diese Stelle aus und findet in Dr. Baudach einen qualifizierten Arzt der im September 1890 mit den Behandlungen anfängt. Dr. Baudach erhält 600 Mark Wartegeld, 15% der Kurhauseinnahmen und freie Wohnung.

Der bei den Patienten beliebte, tüchtige und tatkräftige Arzt drängt auf Errichtung einer Anstalt, um die Patienten besser behandeln zu können.

Nach seinen zweijährigen Beobachtungen ist das Klima, der Ort und die Landschaft für eine Lungenheilanstalt geeignet.
Mit seinen Veröffentlichungen im Januar 1893 im "Medicinisches Corespondenz-Blatt des Württb. Ärztlichen Landesvereins" unter der Überschrift:

Ist der württembergische Schwarzwald zur Errichtung von Höhencurorten oder Heilanstalten für Lungenkranke geeignet?
und
Kranken und Wohltätigkeitsanstalten in Württemberg

legt er die Grundlage für die wissenschaftliche Erforschung des Klimas in Schömberg und dessen Entwicklung zum bedeutenden Kurort.

Seine Beliebtheit und Wertschätzung bei den Patienten kommt in Versen der Dichterin Anna Schieber zum Ausdruck:

Der mit Weisheit und Verständnis
Nimmt von unserem Leiden Kenntnis
Und mit Müh und Sachverstand
Ihre Heilung nimmt in Hand

Doch auch Baudach ist von der Tuberkulose gezeichnet. Seine Kräfte nehmen ab. Im Febr. 1897 geht er zur Erholung nach St. Blasien. Hugo Römpler kündigt ihm im Sommer und stellt Dr. Koch als Nachfolger ein.

Doch Baudach erholt sich wieder. Er ist empört über die Behandlung seitens des Sanatoriums und fühlt sich noch stark genug selbst ein Sanatorium zu gründen. Er wird die Nachteile des alten Sanatoriums, die Lage mitten im Dorf, vermeiden.

Dr. Baudach besitzt Mittel aus seinen guten Einkünften in den letzten Jahren und er gewinnt für sein Unternehmen noch einen anderen Lungenkranken aus dem Sanatorium, den Architekten Burger.

Schon im Mai 1898 kann die neue Heilanstalt in stiller Lage, dicht am Wald mit 40 Betten eröffnet werden. Aber im August erlischt sein Lebenslicht.

Der Weggang Dr. Baudachs hat dem Sanatorium Schömberg sicher sehr geschadet. Er hatte immer den ganzen Briefwechsel mit den Patienten geführt. Sein Name war bekannt. Er war geschätzt und zog so manchen Patienten nach Schömberg.

Der Wettbewerb zwischen den beiden Sanatorien wurde immer fühlbarer, besonders als nach Baudachs Tod der ärztlich und geschäftlich tüchtige Nachfolger Dr. Schröder die Anstalt übernahm.

Dr. Schröder war Baudachs Nachfolger im ersten Sanatorium mit seinen medizinischen Veröffentlichungen weit überlegen. 

Er wurde einer der bekanntesten und anerkanntesten Schriftsteller auf dem Gebiet der Lungentuberkulose. Darin lag aber auch wieder der Vorteil für das alte Sanatorium, denn der Name Schömberg wurde durch Dr. Schröder bekannt und anerkannt.

So hat Dr. Baudach kurz vor seinem Tode mit dem Bau der "Neuen Heilanstalt" indirekt noch einen sehr wichtigen Baustein für die Entwicklung Schömbergs gelegt. 


 

Dr. Koch (1864 - 1943)

1897 wurde Dr. Koch nach Dr. Baudachs Erkrankung als Nachfolger eingestellt. Er war früher Marinestabsarzt und dann Assistenzarzt von Dettweiler in Falkenstein. Dr. Koch war verheiratet aber kinderlos. Er war bestimmend, kurz angebunden, den Kranken gegenüber streng und wenig entgegenkommend, aber bestrebt ihr einförmiges Dasein durch kleine Feste zu erheitern. Auch seine Frau tritt hervor. Sie leitet zusammen mit der Pfarrfrau den Kleinkinderpflegeverein.

In seinem Wesen kam der alte "Korpsbursche" immer wieder durch. Dies hatte natürlich auch Auswirkungen auf das Personal. Vor allem konnte sich kein Verwalter länger halten, so daß immer wieder Hugo Römpler selbst einspringen musste. Bis 1918 sind 16 Inspektoren und Direktoren verschlissen worden.

1913 konnte das Sanatorium sein 25-jähriges Bestehen feiern. 

Dr. Koch erhielt den Titel "Sanitätsrat" verliehen.

Schriftstellerisch konnte sich Dr. Koch nicht mit seinem Vorgänger oder gar mit Dr. Schröder messen, was vor allem bei der Belegung mit Privatpatienten große Auswirkung hatte. 

Um dem ewigen Wechsel in der Verwaltung Einhalt zu bieten wird im Oktober 1917 ein Verwalter mit einem 5 Jahresvertrag eingestellt. Aber schon bald kommt es zwischen diesem und Dr. Koch zu Unstimmigkeiten und Tätlichkeiten.

Die Folge war, dass Dr. Koch seine Stellung als Geschäftsführer im Februar 1918 kündigte und Ende September verbittert das Sanatorium verließ.

Mit ihm verließen die meisten Patienten und Angestellten das Haus. 


 
 

Privatzimmer, Pensionen und Kurheime

 

Schon nach kurzer Anlaufzeit ist das Luftkurhaus voll belegt. Wenn mehr Patienten kommen, werden Zimmer im Dorf für 60 Pfennig pro Nacht angemietet. Die Krankenkassen zahlen 3 Mark pro Tag für Unterkunft, Verpflegung und ärztliche Betreuung. 

An das Kurhaus wird ein Speisesaal angebaut, um auch die außerhalb untergebrachten Gäste zu versorgen.

Nach dem Bau des Sanatoriums (Westbau) wird das alte Kurhaus für die 2. Klasse reserviert. Die Nachfrage in dieser Klasse ist so stark, daß im Winter 1896/97 die Zahl der auswärts Wohnenden mit 25, im Sommer 1898 mit 75 angegeben wird.

An diesen Gästen verdient das Sanatorium gut. Der Überschuss beträgt ca. 1 Mark pro Tag

Aber auch für die Bauern bilden diese jahrelangen Mieten, auch wenn mit 60 Pfennig pro Nacht recht wenig bezahlt wurde, eine wertvolle Bargeldeinnahme. 

Ein Bauer rechnete einmal vor: Wenn er 6 Gäste für eine Nacht aufnehme, habe er 3,60 Mark Einnahme. Das ist für ihn wertvolles Bargeld.

Diese Bauern, die ein paar Zimmer an das Sanatorium vermieten, weisen den Weg zum Wandel vom armen Bauerndorf zum Kurort. 

Es entstehen in den folgenden Jahren viele private Kurheime und Pensionen. Zuerst als Depentancen der Sanatorien, dann als eigenständige Kurbetriebe. Schömbergs Ortsbild verändert sich.


 
 

Familie Rieger 

 

Elsa Rieger   1883 - 1957

Einzige Tochter von Hugo Römpler
 
 

Dr. Otto Rieger    1879 - 1956

Gatte von Elsa, geb. Römpler

Pfarrer in Mühlacker-Dürrmenz von 1923 - 1951

Ehrenbürger der Stadt Mühlacker

Seit 1920 führt er das Protokollbuch der Sanatorium Schömberg GmbH und ist somit Vorsitzender der Gesellschafterversammlung.

Die Gemälde sind ein Werk des Kunstmalers Max Reimer.


 
 
 
 
 

Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg

 

Durch den Weggang Dr. Kochs entsteht für das Sanatorium eine sehr schwierige Situation. In der Not des Augenblicks greift Römpler auf einen schon früher erwogenen Gedanken, einer Fusion mit der "Neuen Heilanstalt" zurück und wendet sich an Dr. Schröder. Dieser legt schon im März 1918 einen Plan vor. Dieser scheitert wahrscheinlich an der zu hohen Bewertung des Sanatoriums.

Auch als Gesellschafter war Dr. Koch und mit ihm sein Freund von Gaisberg und Römpler jun. ausgeschieden. Anteile von 80.000 Mark mussten ausbezahlt werden. Als Folge stellte sich ein Mangel an Betriebskapital ein.

Mit Dr. A. Walder wird ein neuer Chefarzt gefunden, der im September 1918 die ärztliche Leitung des Sanatoriums übernimmt. Auch Dr. Walder überwirft sich bald mit dem Verwalter Kirrberg, so dass dieser von Römpler entlassen wird.

Auf Bitten Hugo Römplers übernimmt sein Neffe Schönheinz die Verwalterstelle. Er wird zusammen mit Dr. Walder Geschäftsführer des Sanatoriums. Zum Zeitpunkt des Eintritts von Schönheinz waren noch 10 Patienten im Altbau. Der Neubau steht leer. Aber auch die anderen Sanatorien haben Schwierigkeiten. So musste das "Schwarzwaldheim" in Konkurs gehen. Nur die "Neue Heilanstalt" stand besser da. Diese hatte nur Privatpatienten.

Hugo Römpler ist krank. Im März 1919 führt Schwiegersohn Pfarrer Rieger das erste mal das Protokollbuch. Am 20. Okt. 1920 stirbt Hugo Römpler. 

Otto Rieger vertritt die Interessen der Erben und übernimmt von nun an den Vorsitz in der Gesellschafterversammlung

Für die neuen Geschäftsführer folgen sehr schwierige Jahre. Es ist Nachkriegs- und Inflationszeit. Auf der einen Seite mussten Patienten gewonnen werden. Auf der anderen Seite mussten diese verpflegt werden, was in einer Zuteilungszeit sehr schwierig war. Ein Glück, dass die Patienten ihre Bettwäsche selbst mitbringen mussten. Die Preise stiegen schneller als die Pensionspreise angehoben werden konnten. Es musste mehr auf Eigenproduktion umgestellt werden. So wurden Schweine und Hühner angeschafft und z. B. 5000 kg Pflaumen eingekocht. Mit äußerster Spar-samkeit konnte diese schwierige Zeit überwunden werden.

Als Schönheinz Ende 1926 kündigt, ist für die "Sanatorium Schömberg GmbH" die Gefahr eines Konkurses überwunden. Das Sanatorium steht wirtschaftlich wieder auf gesunden Beinen.

Dr. Walder übernimmt nun auch die Leitung der wirtschaftlichen Angelegenheiten. Er wird hierbei von Kassierer Denzel unterstützt.

Pfarrer Rieger, der jetzt in der Nähe in Mühlacker wohnt, kommt alle 4 Wochen, so dass die beiden Herren die Geschäfte miteinander führen.

Für die laufende Verwaltung und die Aufsicht im Kleinen wird im bisherigen Gärtner Finkbeiner ein getreuer Verwalter gefunden.

Das Sanatorium nimmt jetzt eine ruhige Entwicklung: Das Haus ist wieder gut belegt.

Die Gestaltung des Parks und Bepflanzung auch mit exotischen Pflanzen ist ein großes Anliegen von Dr. Walder. Dies wurde sicher auch von seinen Patienten geschätzt.

Auch während des Zweiten Weltkrieges sind die großen Häuser gut belegt. Dann aber kommt der große Einbruch.


 
 

Die Zeit nach dem zweiten WK bis 1968. 



Das Sanatorium muss nach dem Krieg starke Belegungsrückgänge verkraften. 

Chefarzt Dr. Walder hat die NS-Zeit politisch unbeschadet überstanden, was für den Neuanfang sicher von Vorteil war. 

Mit dem Aufschwung nach der Währungsreform sind die Betten bald wieder voll belegt.

1963 gibt Dr. med. Artur Walder nach 45 Jahren Tätigkeit als Chefarzt seine Pflichten in jüngere Hände. Er war zu diesem Zeitpunkt schon 80 Jahre alt. Dr. Walder hat in seiner langen Tätigkeit als Chefarzt einer der wichtigsten Klinken in Schömberg und seiner Tätigkeit als Gemeinderat vor und nach der NS-Zeit die Entwicklung der Gemeinde maßgeblich mitgestaltet. 

1968 erlosch auch das Lebenslicht von Dr. Walder.

Seine Nachfolger wurden Dr. Hess und Dr. Weiße. In den Jahren 1963 - 1965 wurden sie vom Enkel Hugo Römplers, Dr. Wolfgang Rieger unterstützt.

Nach dem starken Rückgang der TBC-Erkrankungen durch Entwicklung wirksamer Medikamente, wird Mitte der 60er Jahre versucht, auf andere Krankheitsbilder bei den Patienten umzustellen. Das gelingt nur beschränkt. 

Nach 66 Jahren GmbH fällt 1968 die Entscheidung bei den Gesellschaftern ihre Anteile zu verkaufen. Käufer ist Thadäus Zajac der auch die Oberrheinische Sanatoriumsgesellschaft Nordrach leitet.

Von den ersten Gesellschaftern sind noch die Nachkommen von Hugo Römpler und Th. Bohnenberger beteiligt.

Da nur die Gesellschaftsanteile und nicht Grundstücke verkauft wurden, erfährt die Gemeindeverwaltung erst nach dem Verkauf von dem Vorgang. Das ganze Anwesen geht zu einem relativ geringen Preis an den neuen Eigentümer über. Mit ursächlich für den geringen Preis war die rechtliche Struktur der Sanatorium Schömberg GmbH als die einer gemeinnützigen Gesellschaft.


 
 
 

Das Dorf nach dem 2. Weltkrieg bis zum Rückgang der TBC


Schwierige Zeiten brechen nach dem Einmarsch der Franzosen an. Die Zahl der Patienten sinkt drastisch. 1946 beträgt die Auslastung bei den Privathäusern im Durchschnitt nur noch 40%.

Ende der 40er Jahre setzt der Umschwung ein und mündet in eine steile Aufwärtsentwicklung in den 50er Jahren. Hier machen sich die Folgeerscheinung des Krieges und die Hungerzeit der Nachkriegsjahre bemerkbar, die einen starken Anstieg der TBC-Erkrankungen bringen und damit eine Nachfragesteigerung nach Betten.

Diese Nachfrage wird in Schömberg durch den Bau zahlreicher privater Sanatorien befriedigt. An diesem starken Kapazitätsaus-bau beteiligen sich die 3 alten Sanatorien nicht.

1962 erreicht Schömberg mit 837.000 Übernachtungen seinen Höhepunkt und wird damit zu einem der größten Kurorte in Deutschland. 

Doch die Ernährungs- und Gesundheitsversorgung der Bevölker-ung hat sich schon Anfang der 50er Jahre deutlich verbessert. Dies, und der medizinische Fortschritt mit Antibiotika macht sich schon Anfang der 50 Jahre mit einem starken Rückgang der Neu-erkrankungen bemerkbar. Bei der Zahl der Kranken wirkt sich das aber erst mit einem zeitlichen Versatz aus. 

Anfang der 60er Jahre zeigt der starke Kapazitätsaufbau an Betten und die gestiegenen Ansprüche an die Häuser erste Wirkungen. Zuerst bekommen die kleineren Häuser mit 10 – 20 Betten keine Patienten mehr von den Versicherungen zugewiesen, dann trifft es auch die privaten Sanatorien, die erst in den 50er Jahren gebaut wurden. 

Eines nach dem Anderen bekommt keine TBC-Kranken mehr zugewiesen und ist gezwungen, nach einer anderen Belegungsmöglichkeit zu suchen. 

Diese wird in der Belegung mit alten Menschen und psychisch Kranken gefunden.
 
 

Statisik


Diagramme

Einwohner und Kurgäste in Schömberg      (Excel Graphik)

 

Einwohner:

Verdoppelung der Einwohnerzahl von 1890 - 1910 

Gleichbleibende Bevölkerungszahl von 1910 - 1950

Starker Anstieg der Bevölkerungszahl von 1950 - 1992

Kurgäste:

Gleichmäßiger Anstieg der Übernachtungszahlen bis 1944. 

Starker Abfall der Übernachtungszahlen nach dem 2. Weltkrieg mit wiederum steilem Anstieg ab 1949.

Höhepunkt der Übernachtungszahlen 1962 mit ca. 830000 Über-nachtungen

 


Entwicklung der Tuberkulose und der Übernachtungszahlen in Schömberg  (Excel Graphik)


 

Neuerkrankungen:

Die Zahl der Neuerkrankungen erreicht 1949 mit ca. 36000 Neuerkrankungen in Deutschland ihren Höhe-punkt. Schon 1962 ist die Zahl der Neuerkrankungen auf 50000 zurück gegangen und liegt 1971 bei nur noch 30000.

Übernachtungszahlen:

In dem Zeitraum von 1949 bis 1962 werden die Bettenkapazitäten und damit die Übernachtungszahlen von ca. 400000 auf 830000 gesteigert.

Sterbefälle:

Bis zum Ende des 18. -Jhdt.- ist die Tuberkulose eine zumeist tödlich verlaufende Krankheit mit 120000 Toten/Jahr. Heilerfolge wurden zuerst durch die Einführung der Klimakuren und nach dem 2. WK durch die Einführung von Antibiotika erreicht.


 
 

Das "S1" in der Ära von Thadäus Zajac

 

1968 wurden die Gesellschaftsanteile der Sanatorium Schömberg GmbH von Thadäus Zajac gekauft. 

Noch ca. 1 Jahr wurde versucht das Sanatorium weiterzuführen. Dann wurde der Wechsel zur Betreuung psychisch kranker Menschen vollzogen. Ein Wechsel wie er in der Belegung der Häuser in ganz Schömberg charakteristisch werden sollte. 

In diesen Jahren stand das Haus unter der ärztlichen Leitung von Dr. Klimke.

In den psychiatrischen Landeskrankenhäusern herrschte damals drangvolle Enge. Die Langzeitpatienten sollten Platz machen für neue Zugänge. Da war es nur folgerichtig, dass Heime wie das Sanatorium Schömberg sich umstellten und ihre Pforten für Leute öffneten, die schwer eine Bleibe finden konnten. 

Doch auch psychisch kranke Menschen und gerade diese verlangen nach einer intensiven Pflege und Betreuung mit entsprechendem Personal und räumlichem Angebot. Dieses Verlangen wurde durch detaillierte Forderungen der Heimaufsicht festgelegt. Als diesen Forderungen nicht Genüge getan wurde, kam auch für diesen Zeitabschnitt im Sanatorium das Ende. 1987 musste das Heim geschlossen werden

Siehe hierzu: Alten- und Pflegeheime in Schömberg

Nun stand das Haus wieder leer und suchte nach einer neuen Nutzung. Es gab Überlegungen und Versuche das Anwesen wieder einer Nutzung als Sanatorium zuzuführen. Dies scheiterte aber bald an der Finanzierung. So stand das Haus einige Zeit leer.

Dann gab es politische Veränderungen in der Sowjetunion und Polen. Es kam die Öffnung der Mauer zur DDR und der Bürgerkrieg in Jugoslawien.

Diese Ereignisse führten zu einem Ansturm an Menschen, die das Haus zum letzten Mal füllen sollte.

Siehe hierzu:

Heim für Aussiedler, Übersiedler und Asylbewerber und Arbeiterwohnheim

Ende 1991/Anfang 1992 kam das Ende der Sanatorium Schömberg GmbH. Sie wurde von Thadäus Zajac jun. aufgelöst und das Anwesen an die Fa. Geyer und Effinger in Reutlingen verkauft. Damit wurde der letzte Akt für dieses einst stolze Gebäude eingeläutet.


 
 

Thadäus Zajac (1924- 1992)


 

 
1947 kommt Thadäus Zajac mit seiner Frau Maria geb. Rosenberg nach Schömberg.

1949 Bau einer Pension in der Talstraße

1954 Bau des Sanatorium Calmette

1968 Kauf der Gesellschaftsanteile der Sanatorium Schömberg GmbH durch Thadäus Zajac.

1991 Auflösung der GmbH und Verkauf des Anwesens an die Fa. Geyer und Effinger 

Das Gemälde aus dem Jahre 1957 ist ein Werk des Kunstmalers Max Reimer.


 
 
 
 

Die Zeit der Alten- und Pflegeheime in Schömberg

 

Mit dem starken Rückgang der TBC standen ab Mitte der 60er Jahre fast alle Pensionen und Sanatorien vor dem Problem, nach einer neuen Nutzung zu suchen.

Diese Nutzung wurde in der Belegung mit alten und pflegebedürftigen sowie psychisch kranken Menschen gefunden. Eines der ersten Häuser, das diesen Weg gegangen ist, war das ,,Daheim" in der Liebenzeller Straße. Andere Häuser kamen in schneller Folge nach.

Dieser nun gefundene Personenkreis stellte damals noch geringe Ansprüche an Qualität und Ausstattung des Hauses und der Zimmer. Diesen Qualitätsstandard konnten die in den 50 Jahren und früher entstanden Häuser noch befriedigen.

Damit war aber eine Entwicklung eingetreten, die von der Gemeinde- und Kurverwaltung nicht gern gesehen wurde. Vor allem die psychisch kranken Menschen, die in ,,halboffenen Häusern" untergebracht waren, störten "das Straßenbild" und die Bestrebungen nach einer Umstrukturierung des Kurorten hin zum Fremdenverkehrsort.

Schon Mitte 1972 gab es in Schömberg ca. 12 Heime für alte und psychisch kranke Menschen mit Betten und Übernachtungszahlen von denen man im Fremdenverkehrsbereich nur träumen konnte.

Zu diesen Heimen gehörten so große Häuser wie das frühere ,,Sanatorium Schömberg" und das ,,Sanatorium Calmette" mit jeweils über 100 Betten, aber auch kleine Häuser wie z. B. das ,,Wiesental" oder das ,,Haus Gengenbach" mit ca. 15 - 30 Betten.

Aber auch diese Gnadenfrist ist für die meisten Häuser bald vorüber. 

Heute sind nur noch 3 Heime in Schömberg vorhanden. Heime, die sich mit großen Investitionen an die gestiegenen Anforderungen der heutigen Zeit angepasst haben.

Was ist aus den restlichen Häusern geworden?

Zwei Häuser sind inzwischen abgerissen, zwei weitere Häuser versuchen sich wieder auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs zu etablieren. Der Rest der Häuser ist einer anderen Nutzung zugeführt worden oder steht leer.

Der von der Gemeinde- und Kurverwaltung gewünschte Übergang zum Fremdenverkehrsort und die Nutzung der vorhandenen Häuser in diesem Sinne, ist trotz hoher Vorleistungen der Gemeinde im Hauptort Schömberg nicht gelungen.

Häuser die sich auf diesen Zweig umgestellt hatten:  (Stand 2002)


 

Sanatorium Schömberg

abgebrochen

Sanatorium Calmette 

leerstehend

Sanatorium Augusta

Wohnungen

Sanatorium Westfalia

Kirchliche Nutzung

Kindersanatorium

Altenheim

Parksanatorium Brenner

abgebrochen

Sanatorium Tanneck

Altenheim

Sanatorium Grüntal

Altenheim

Kurheim Berghof

leerstehend

Kurheim Burkhardt

Touristik

Kurheim Gengenbach

Wohnungen

Kurheim Wiesental 

Touristik

Haus Butzek

Wohnungen


 
 
 
 

Das "S1" im Zeichen der internationalen Politik:

Heim für Aussiedler, Übersiedler, Asylbewerber und Arbeiterwohnheim








Durch die politischen Veränderungen in der Sowjetunion, durch Glasnost und Perestroika wurde es den Deutschstämmigen erlaubt, in die Heimat zurückzukehren. Für diese Bevölkerungsgruppe sollte dieses Haus ab 1988 eine erste Übergangsheimat werden. Eine weitere politische Veränderung gab es in Deutschland selbst. Am 9. Nov. 1889 öffnete sich die Mauer zur DDR. Dies wurde von vielen Menschen genutzt, eine bessere Zukunft Westen zu suchen. Das Versandhaus Wenz in Pforzheim mietete für seine aus Ostdeutschland kommenden Pendler Wohnplätze an.

Mit dem Bürgerkrieg in Jugoslawien und der dadurch einsetzenden Flüchtlingsbewegung suchte eine dritte Bevölkerungsgruppe dringend Unterkunft.

Unter diesen Voraussetzungen hat die Fa. Geyer und Effinger das Haus 1991 gekauft. Es war von Anfang an allen Beteiligten klar, dass diese Belegung kein Dauerzustand für den Ort und für das Haus sein konnte. So wurde zwischen der Gemeinde Schömberg und dem neuen Eigentümer eine zeitlich begrenzte Nutzung des Hauses bis zum Juni 1995 vereinbart. In dieser Zeit wurde das Haus abgewohnt und keine Erhaltungsinvestitionen mehr gemacht

1991 wurde mit der unteren Eingliederungsbehörde des Landratsamt ein Vertrag zur Unterbringung von Aussiedlern geschlossen. Dazu kam dann noch eine Vereinbarung mit der Gemeinde zur Unterbringung von Asylbewerbern. Zeitweise war das Haus mit bis zu 500 Personen belegt.
 

Für die Kinder der Aussiedler wurde im Nov. 1992 im Übergangswohnheim ein eigener Kindergarten eingerichtet. Dieser bestand bis Juli 1994 und wurde dann wegen rückläufiger Kinderzahlen aufgelöst. Die Investitions- und Betriebskosten wurden Landkreis Calw übernommen. 
 
 

Das Ende des Anfangs

 
 
 


Der Kauf und Umbau des Gasthof Hirsch zu einem Kurhaus durch Hugo Römpler wird als der Anfang des Kurortes Schömberg gesehen. Nach 107 Jahren, mit einem schnellen Aufbau des Sanatoriums -schon 1902 ist das ganze Anwesen im Wesentlichen fertig- beginnt Mitte der 60er Jahre der langsame Abstieg.

Mit dem Jahr 1998 kommt das Ende des früheren TBC-Sanatoriums. Es geht den gleichen Weg wie ihn Jahre vorher das Sanatorium Schwarzwaldheim gegangen ist. Gründe für das Verschwinden dieser beiden Sanatorien gibt es vielfältige. Die Hauptgründe waren: Der Rückgang der Tuberkulose, das Alter und damit die Qualität der Häuser, die heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen konnten, und die Lage mitten im Ort direkt an der Straße.

Im Mai 1998 rückten die Abrissbagger an. Schon kurze Zeit später war von dem einst imposanten und das Ortsbild prägenden Gebäude nichts mehr zu sehen.


 
 
 
 

Was soll werden? 

Seit die Fa. Geyer und Effinger das alte Sanatorium gekauft hatte, gab es Überlegungen zur Nutzung des Areals. Diese Über-legungen mündeten 1997 in der Ausschreibung eines städtebaulichen Wettbewerbs durch die Gemeindeverwaltung Schömberg. Aus diesem Wettbewerb ist das Büro Hornbacher und Raible als Sieger hervor gegangen. 

Nun musste nach einem Investor gesucht werden. Dieser wurde in der Fa. Philipp gefunden. Der Investor brachte natürlich seine eigenen Ideen und Vorstellungen zur Nutzung des Geländes mit. 

Dessen Vorstellungen mussten mit den Wünschen des Gemeinderates in Übereinstimmung gebracht werden. Dies führte dann zu einem Vertrag zwischen Gemeinde und dem Investor Philipp über einen Vorhaben- und Erschließungsplan, in dem unter anderem auch die Gestaltung und Finanzierung des Einmündungsbereichs Hugo Römpler Straße/Talstraße und des Promenadenbereichs geregelt wurde.

Die erste Planung des Bauherrn führte zu massiven Einwänden eines Teils der Bevölkerung, die in die "Bürgerinitiative S1" mündete. 

In dieser Zeit änderte sich auch der Immobilienmarkt in Schöm-berg sehr stark, ja man kann sagen er ist zusammen gebrochen. Durch das Drängen aus der Bevölkerung, die nach einem Lebensmittelmarkt verlangte und Druck aus der Gemeindeverwaltung hat sich der Investor entschlossen eine abgespeckte Bauplanung auszuführen. Statt 40 werden nur noch 14 Wohnungen gebaut. Auch das Angebot an Ladenfläche wird stark reduziert.


 
 

Bürgerinitiative "S1"



Im Juli 1997 gibt es erste Bürgerreaktionen auf die geplante Bebauung des Areals "S1". Die Einwände richten sich vor allem gegen die komplette Rodung des ca. 100 Jahre alten Baumbestandes.

Im August schließen sich Bürger und Bürgerinnen zu einer Interessengemeinschaft zusammen aus der die "Bürgerinitiative-S1" entsteht.

Vorrangiges Ziel 

ist der Erhalt des Parks, auch aus der Sorge um das Prädikat "Heilklimatischer Kurort"

Weitere Kritikpunkte sind:

Das zu erwartende hohe Verkehrsaufkommen.

Die massive Bebauung

Die Größe des geplanten Lebensmittelmarkts (1300m2 statt bisher geplanter 800 – 1000m2)

Das Ausmaß der übrigen geplanten Gewerbefläche

Für diese Ziele wird die Bürgerinitiative aktiv.

Es werden 2100 Unterschriften zur Erhaltung des Baum- und Strauchbestandes gesammelt und übergeben. Anlässlich des verkaufsoffenen Sonntags wird über das Ausmaß der geplanten Bebauung informiert. Der Schömberger Einzelhandel schließt sich der Bürgerinitiative an und wendet sich insbesondere gegen das Ausmaß der geplanten Gewerbefläche.

Ein Fernsehteam des SWR 3 macht auf die Anliegen der Bürgerinitiative aufmerksam.

Die Bürgerinitiative wendet sich an den Petitionsauschuß des Landtags, hat dort aber keinen Erfolg.

Im Januar 1999 beschließt der Gemeinderat mehrheitlich die Satzung zum Vorhaben- und Erschließungsplan. Im April erteilt das Landratsamt die Abbruch und Baugenehmigung und im Mai beginnen die Abbrucharbeiten.

Ergebniss der Bürgerinitiative im Rückblick:

Die Abholzung des Baumbestandes konnte nicht verhindert wer-den. Das Gesamtvolumen der Bebauung wurde aber stark ver-mindert. Vor allem wurde die Wohnbebauung und die Laden-flächen reduziert.


 
 

Neuer Anfang:

 
 
 

Schömberg als Einkaufs- und Dienstleistungszentrum 

Am 17. Okt. 2001 wird der Edeka Aktiv-Markt Eitel auf dem Gelände des früheren Sanatoriums Schömberg eröffnet. Dieser Markt bietet auf einer Fläche von ca. 13000m2 das volle Sortiment an Lebensmitteln an. Ein Lebensmittelmarkt in dieser Größe und Ausstattung ist für Schömberg und Umgebung eine wesentliche Bereicherung des Einzelhandelangebots. Es ist der erste und wichtige Schritt zu dem Ziel, Schömberg als ein Einkaufs- und Dienstleistungszentrum auf der Enz- Nagoldplatte zu erhalten und auszubauen. 
 

Zusammen mit dem Neubau der Kreissparkassen-Filiale und dem Neubau der Netto-Filiale auf dem Geländedes früheren Feuerwehrgerätehauses wird Schömberg konkurrenzfähig sein gegenüber dem Aufbau von Einkaufsflächen wie sie in anderen Orten entstanden sind und noch entstehen.

Leidtragende dieser Konzentration werden die kleinen Geschäfte vor allem in den Teilorten sein.

Zeitgleich mit dem Edeka-Markt wurde eine "Promenade" entlang der Grenze zwischen den früheren Sanatorien gebaut. Der Eulenbach wurde freigelegt und gibt der neuen Anlage ein eigenes Gepräge. Mit der Verlängerung der Promenade auf der anderen Seite bei der Kreissparkasse ist der wichtige Durchbruch für Fußgänger Richtung Lindenstraße gelungen. Damit sind kurze Wege entstanden und es ist zu hoffen, daß die Kunden diese Wege zu Fuß gehen. 

Wolfgang Obert


weitere Aufsätze zur Gechichte Schömbergs