Johann Georg Stahl 1687 – 1755

vom Bauernsohn in Oberlengenhardt zum Baumeister in Bruchsal


Auszug aus dem Aufsatz: Balthasar Neumann und Johann Georg Stahl im Gemeindeblatt -Gemeinde-Kirche-Welt- Bruchsal


Johann Georg Stahl, wurde mit größter Wahrscheinlichkeit am 18. Mai 1687 in Oberlengenhardt im Schwarzwald als Sohn des Jerg Stahl und seiner Frau Maria Catharina geboren. Bevor er nach Bruchsal kam, war er in der Kurpfalz und im badischen Land vielfach tätig. Jedenfalls kam er im Jahre 1720, bald nach Regierungsantritt von Schönborn nach Bruchsal. Angelockt wurde er wahrscheinlich durch das Bauprojekt der Schloß-Residenz des Fürstbischofs Kardinal Schönborn. Damit hatten große Jahre für Bruchsal begonnen.

Der Bau des Schlosses hatte viele Künstler und Handwerker angezogen. Tüchtige Bauleute konnten Karriere machen und auch das Bürgerrecht erwerben. Er stieg schnell zum Polier und

Werkmeister sowie Architekt auf. Am 22. Juni 1725 wurde er als Zimmerpolier vereidigt und 1743 erhielt er unter dem neuen Fürstbischof von Hutten seine Bestallung als Werkmeister. Unter

beiden Fürstbischöfen genoss Georg Stahl große Wertschätzung, so dass ihm seit den dreißiger Jahren die örtliche Leitung des Bruchsaler Bauwesens und die Aufsicht über das hochstiftliche

Bauwesen übertragen wurde. Sein protestantisches Bekenntnis, das er bis zu seinem Tode beibehielt, hinderte seinen beruflichen Aufstieg in keiner Weise. Georg Stahl heiratete am

10. Juni 1726 die Bruchsaler Bürgerstochter Maria Elisabetha Schlegel. Aus seiner Ehe gingen acht Kinder hervor, von denen vier schon früh verstarben. Ihr Wohnhaus lag in der Nähe des

Markttores, also am Ende der oberen Kaiserstraße. Ein Prunkstück von seinen Bauten ist die im Krieg unzerstörte St. Peterskirche.





Und in deren Schatten wurde der am 30. Juli 1755 verstorbene Stahl an der Ostmauer beigesetzt. Drei alte verwitterte Steine, an die Mauer gelehnt, erinnerten mit folgender Inschrift an Familie Stahl: „Dis sagt der Herr, gehet Hinauf auf den Berg und bauet das Haus Gottes, das wird mir angenehm Seyn. Ich aber hab ein Haus, die hier stehende Pfarrkirch nemblich gebauen, daß er daselbst wohnen soll Ewiglich. Hier vor diesem stein ruhet der Hoch Edel geborene Herr Joannes Georg Stahl Hochfürstlicher Speyerischer Baumeister, welcher, nachdem er 35 Jahr die Diensten versehen starb den 30.Jully 1755 im 68. Jahre seines Alters. R.I.P.“

Das Epitaph war aus rotem Sandstein, zeigt Todesgenien und Embleme sowie das Handwerkerabzeichen von Stahl.

Im Jahre 1955 war der Grabstein noch auf seinem Platz. Bald danach wurde er in unverantwortlicher Weise entfernt und zerstört.

Eine Gedenktafel an der Ostmauer bei der Kirche zur Erinnerung an den großen Baumeister wäre stadtgeschichtlich zu begrüßen

Hubert Münkel


Auf den Teil von Johann Georg Stahl gekürzt durch Wolfgang Obert, Schömberg

Ganzer Text ist nachzulesen unter

www.joerg-sieger.de/pfarrei/zeitung/zeitung12_1.pdf - Seite 45- 48

Die Eltern, Geschwister und Hans Jerg Stahl selbst sind in der genealogische Datei zu finden:

www.hp.heimat-schoemberg.de - Genealogie-